AUSTRIAN WHARRAM CIRCLE


WHARRAMS & WIND & STABILITÄT


50 Jahre Jubiläum der epischen Reise von James Wharram mit der kleinen Tangaroa von England nach Spanien und später die erste Atlantiküberquerung - hier ein Report in englischer Sprache der für die PCA geschrieben wurde

50 Years of Seagoing Wharram Coastal Trekker / Trailer Designs

und eine unvollständige Liste von 'epischen Reisen in kleinen Wharram Cats


Irgendwo in der Wharram Literatur steht:

Die Katamarane die James Wharram gezeichnet hat sind für Bedingungen kostruiert, denen 90% der Segler nie begegnen werden...

....trotzdem kentern auch Wharram Katamarane,


Unsere leicht modifizierte Windskala


Natugemäß ist das Fotographieren bei Wind nicht so einfach

Mittelmeer:

Gerald Winkler: NO-Sardinien - binnen Minuten frischt der Wind auf, später läuft KANANASKIS nur noch unter Sturmfock mit 9 Kt sicher in den Golf von Olbia ein. Der Windmesser zeigte 45 Kt.

 

Justus Just: Einer mir unbekannter Aussteiger segelte auf seiner Tehini unbekümmert mit voller Besegelung vom ruhigen Mittelmeer in den Atlantik. Plötzlich fielen vom Felsen in Gibraltar heftige Fallböen auf seinen Wharram-Katamaran.
Günther Zimmermann: Im Sommer 2000 hatten wir in der Ägeis schon im Frühjahr starken Meltemi. Am südost Pelloponnes hatten wir einen gemütlichen Ankerplatz der (wie sich später herausstellte) zwar gegen den Wind aber nicht gegen die Dünung geschützt war. Dies erwies sich als Falle: ANNA SOPHIE kämpfte hier ums Überleben im Schwell mit Buganker und Land Heckleine. Rundherum waren Uunterwassefelsen. Nach Tagen nützten wir Minuten wo sich die Situation kurz besserte und konnten flüchten

Die folgenden Bilder wurden bei 15- 25 Kt Wind am Neusidlersee gemacht

 


Pahi 26 - bei 5-6 Beaufort am Neusiedlersee, Wind boeig, Boot leicht, Vollzeug, der Leerumpf ist etwas tief (Eindruck wird durch Welle davor überzeichnet), Der Lufrumpf nicht besonders bedenklich hoch.

Der Kat kenterte ansatzlos, der Mast steht am Grund auf und verhindert das totale durchkentern (Segeler steht am Rumpf und wartet auf Hilfe) Der hängende Lukendeckel ging in Folge (als einziger Schaden) verloren

Das Aufrichten war kein Problem - wichtig der Ansatzpunkt am Masttop. Bei Durchkenterung müßte das gleiche System funktionieren

Unsere Meinung ist, daß die Pahi 26 gegen die Tiki 26 weniger stabil ist, da1, schmäler und 2, der Segelschwerpunkt höher ist


 

Tiki 21 XANTHOS (Justus Just) bei frischem Wind am Moldaustausee

Justus Just: "Der letzte Monat (Juli 2000) war auf dem Moldaustausee sehr stürmisch. Ohne Reff segelte ich auf meiner Tiki 21 bis zum 42 Std.km. starken Wind. Hart am Wind ist dabei an Geschwindigkeit sicher nicht viel herauszuholen. Ab 38 Std.km. muss man dann schon unbedingt reffen. Außerdem segelt man dann wieder etwas weicher und natürlich auch mit guter Geschwindigkeit. Ab Windstärke 7 verspürt man bei der Tiki 21 unter grefften Segel die harten Tendenzen wie bei Windstärk 6 bei voller Besegelung. Aber trotzdem finde ich die Tiki 21 als ein sehr gutes und sicheres Boot, mit dem man auch bei hartem Wind mit Freuden segelt.

 


Meinhard und Sissi Koch segeln mit der typischen Tiki 26 Besegelung bei frischem Wind: volle Fock und ein Reff im Großsegel.

Rasante ( 7 - 10 Knoten) Überfahrt von Elba nach Korsika imzuge ihre Trailertörns 2000 im Tyrrenischen Meer


Wharrams können auch (wie alle Boote) KENTERN

James Wharram hat daher eine Stabilitätsformel abgeleitet, die als Richtline zum Reffen dienen soll:

Die wichtigsten Eingabe Parameter sind die Breite, Lage des Segelschwerpunktes, Segelfläche und Gewicht des Bootes. In der Folge 4 Screen Dumps von einem alten DOS Program das hier die Stabilität für eine TIKI 26 mit verschiedenen Segelflächen rechnet. Je nach Gewicht (655Kg -leer, 855Kg-leer mit kleiner Manschaft, 1055Kg Ausgerüstet mit Manschaft) werden nun die STATISCHE (dh wie stark muß der Wind von der Seite mit angeknallten Segeln und ohne Abdrift) und die DYNAMISCHE (lt Wharram reduzieren Böen die statische Stabilität auf 60%) STABILITÄT (in Knoten und Beaufort) berechnet.

Vermutlich sind diese Werte eher auf der vorsichtigen Seite, aber nicht schlecht als Richtline zum Reffen

Beispiel:

Bei 25 - 30 Knoten Wind am Neusiedlersee (kein Impakt von den Wellen) segeln wir zB bei der Bootsrally die Tiki 26 sogar noch mit VOLLZEUG. Da sitzen 3 Erwachsene am Luv Bug. Das ist so in etwa die Grenze vom Segelgefühl - der Luvrumpf hebt sich schon hin und wieder. Dies kommt der obersten Abbildung recht nahe

Normalerweise reffen wir ab 20 Knoten Wind

bei unseren stärksten Wind am See (8-9 Bft) segelten wir mit einem Schneuztuch von Fock und doppelt gerefften Groß, in den Boen zeigte der Windmesser manchmal über 50 Knoten an


VOLLZEUG

Fock: 9.6 m2

Groß 16.7 m2

Maximale Wind bis zum Reffen

ohne Böen, beladen 32 Kt. (7 Bft.)

ERSTES REFF

Fock: 5.2 m2

Groß: 12.4 m2

ZWEITES REFF

Fock: 2.9 m2

Groß: 8.7 m2

STURM BESEGELUNG

Fock: 1.8 m2

Groß / Try: 3.2 m2

Survival Mode einer Tiki 26: 11 - 12 Bft (55 - 92 Knoten)