AUSTRIAN WHARRAM CIRCLE


PAHI 26 - WINDDANCER Markus Schmal


Markus erzählt hier seine und WINDDANCERS Geschichte - typisch Wharram:

 

Hallo,

...hier die Geschichte meiner Winddancer (vormals "Roa"):

Aus einer Winterdepression heraus besuchte ich 1996 einen Diavortrag von Wolfgang Hausner und wünschte mir deshalb zu Weihnachten sein Buch "Taboo". Daraufhin war meine Katamaran-Leidenschaft besiegelt.Ich las sodann so circa alles, was es an einschlägiger Literatur zu kaufen gab.

Eines Tages fuhr ich -natürlich mit einem Buch über Multis in der Hand in der U-Bahn. Ich merkte, daß mich mein Gegenüber anstarrte, und auf einmal fragte er mich :"Bauen Sie sich einen Katamaran ?" "Nein, aber ich hätte gerne eine!" "Na, dann kaufen`s meinen, ich verkauf ihn". Station Stephansplatz wurden Tel. nummern ausgetauscht. Es war Herbst 1997.

Das Schicksal nahm seinen Lauf. Ich kam natürlich nicht um Gerhard Bobretzky herum, der mir dann auch seinen Anhänger anbot. Ein Freund machte mir dann auch das Angebot, das Boot gemeinsam zu kaufen und herzurichten. Man einigte sich mit dem Noch -Eigentümer über den Kaufpreis und ehe ich es mir versah, stand ich auch schon am 30.12.97 bis zu den Knien im Hafenwasser von Novigrad und versuchte, das Wrack (denn so sah es auch trotz meiner optimistischen Schwärmerei aus) auf den Anhänger zu ziehen.

WINDDANCER hiess vormals ROA, hier als Wrack mitt Löchern in den Rümpfen (links) und zerhackten Beamenden

Nach 8 Stunden qualvoller Fahrt kamen wir um 5 Uhr früh in den 14. Bezirk, wo ich auf dem Gelände einer ehemaligen Leitern-Fabrik eine Hütte (gerade groß genug für einen Rumpf) organisiert hatte. In den nächsten Monaten wurde voller Enthusiasmus gearbeitet, bis der erste Rumpf zu 70% fertig war.

Dann kam der Sommer - es wurde vorerst nichts gemacht. Es kam 98: Es gab Kurse in der Firma und am Boot wurde - richtig ! nichts gemacht. Es kam 99: Es gab (und gibt GottseiDank !!!) eine neue Freundin und es wurde - wieder richtig! nichts gemacht !!! Es kam 2000, und der Gedanke an einen dritten Sommer ohne Kat wurde unerträglich. Der Partner sprang ab, seitdem bin ich alleiniger Besitzer. Die Freundin wurde also gewarnt vor stressigen, arbeitsintensiven 6 Monaten - sie war auch einverstanden und freute sich auch auf einen Sommer am See.

Zuerst kam die große Schleiferei bis aufs Gewebe. Dann mußten alle schadhaften Stellen und alle Löcher (waren alle über der Wasserlinie) geflickt werden - Holz bis aufs gesunde weg - neues Holz einpassen - innen mit Verstrebungen die Rundungen geben - Epoxy, wieder schleifen, um Mitternacht im Regen mit dem Motorrad heim, Epoxy von den Fingern... Es gab oft Momente, wo ich mir dachte "drei Liter Benzin und ein Streichholz tuns auch", andererseits gab ich dem Rieder-Helmut - "Buasche, zah an!!!" - das Versprechen, zum Treffen im Sommer fertig zu sein. ( ...danke für die vielen Tipps und für deine Wagerl und und..)

Beim Versuch, die Deckel neu zu machen, verwechselte ich - nach einem Nachtdienst und bei 5° "Wärme" auch noch mm mit cm (Anmerkung GW: auch die NASA hatte ja unlängst Meter mit Fuß verwechselt, Markus du bist aber besser dran – du hast dein Boot noch..) , die Deckel waren zu kurz....Der hintere Nettingbeam sah ohne faules Holz aus wie ein überdimensionales, abgenagtes Hühnerbein....Es war der nackte Wahnsinn.

Da ich unbedingt das Tiki-Rigg wollte (die Vorzüge waren einleuchtend und mir schon zu Ohren gekommen), musste ich den Mast vom Profil 11x13 cm auf rund bringen (Inkl. Möglichkeiten zur Kabelführung). Wen´s interessiert, der kann mich gerne anrufen; ich erzähl ihm den Leidensweg, eine Packung Taschentücher wird empfohlen. Die Plattformen waren beim Kauf nicht vorhanden - waren dagegen ein Kinderspiel. In den letzten Wochen -sie waren immer länger - half mir Gerhard Bobretzky in schier selbstloser Art (Hallo Gerhard: DDDDDAAAAANNNNKKKKEEEE !!!!!!!) Er arbeitete sogar manchmal an Tagen, als ich im Dienst war !!??!!!

Mein Dank geht auch an die liebe Suttner-Renate (die ich bis heute noch nicht kennengelernt habe, was sich hoffentlich noch ändern wird) und Dietmar, die mir - ohne mich überhaupt zu kennen - ihr neues Segel (als Vorlage) von ihrer Tiki geborgt haben. Mit dem bin ich dann zum Binder nach Himberg, der mir dann meine exzellenten Segel machte (zum superpreis !!!)

 

Die Geduld meiner Freundin war auch schon etwas strapaziert, meine genauso - es gibt schließlich schöneres, als epoxyverpickt im Staub zu liegen......Also beeilte ich mich "Buasche, zah an, wirst eh fertig?" und tatsächlich: am 16.06 fuhr ich dann mit Gerhard und meinem Bruder Martin mit beladenem Hänger nach Weiden zum launching place. Da wir aber erst um 20 Uhr ankamen, sah ich nicht die geringste Chance,an diesem Tag fertig zu werden. Ich kannte aber nicht die großartige, hilfsbereite und liebenswerte Gemeinschaft der WHARRAM-Segler (DANKE AN ALLE !!! ...um 22 Uhr platschte die Winddancer mit einem zu Tränen gerührten Skipper an Bord - für den ein Traum in Erfüllung ging - in die Wogen des Neusiedler Sees...

LAUNCHING DAY (besser NIGHT)

Namenaufkleben,

Markus locker und happy, es rennt, aber noch nicht ganz entkrampft (links)

Mastaufstellen (links unten )

Schwupppp ins Wasser (rechts unten)

Seitdem habe ich schon zweimal einen 7er Wind erlebt, und meine Winddancer hat sich wacker geschlagen. Wer Fragen hat kann mich gerne unter

markus.schmal@austrocontrol.at

kontaktieren oder mich in Jois besuchen kommen.


Mittlerweile hat Markus noch viel mehr an Sonne und Wind erlebt

Das ist Platz - selbst ein Party Zelt ist für die 26er zu schmal

Stil muß Stil bleiben - auch bei einer Jause auf einem Wharram

Als nächstes gibts dann eine Leiter

 


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