AUSTRIAN WHARRAM CIRCLE


ANNA - SOPHIA

TRANATLANTIK WEST - OST & Abbruch

April/Mai 2005


Wie vorgesehen liefen wir mit der "Anna Sophia" Donnerstag den 28.4. 2005 von Havre du Robert an der Ostkueste von Martinique aus, wobei uns noch eine kleine Panne passierte. Waehrend des Ankeraufholens setzte ich den Backbordrumpf auf eine Sand- oder genauer Schlammbank waehrend das Echolot (am Steuerbordrumpf montiert) noch 0,7 m Tiefe zeigte. Es kostete eine Stunde um mit Warpanker und rueckwaerts laufender Maschine wieder frei zu kommen. Das Kalkuel einer Atlantikueberquerung ueber die Azoren ist es bei einem um diese Jahreszeit ueblichen suedoestlichen Passat auf NO Kurs bis etwa 25 bis 27 Grad Nord zu segeln, dann durch die Rossbreiten zu motoren (wofuer wir 260 Liter Benzin an Bord hatten)und anschliessend auf suedwestlichen Wind zu hoffen. Heuer ist aber hier auf keine Wetterregel Verlass. Wir konnten nur einen halben Tag bequem einen oestlichen Kurs segeln. Dann blies der Wind mit etwa 4-5 bft konstant aus NO und wir mussten aufkreuzen. Am 2. Tag brach unter dieser Belastung das von mir in Venezuela im Masttop mit einer Seilklemme reparierte Hinterwant an SB. Damit hatten wir gerechnet und das nicht verwendete Spifall als Ersatz vorbereitet. Eine Tag spaeter brach das Hinterwant an BB an seiner tiefsten Stelle, der Seilschlaufe oberhalb der Wantenlasching. Das konnte ich mit einer Seilklemme reparieren und von da an lief es trotz Gegenwind und vieler zu durchquerender Regengebiete erstaunlich gut. In der Nacht vom 6. zum 7.5. ueberschritten wir den Wendekreis des Krebses und hatten somit die Tropen hinter uns. 650 Seemeilen hatten wir unter schwierigen Bedingungen gesegelt. Da entschied sich das Vorstag gegen uns und brach und zwar in der Mastschlaufe direkt neben der Verpressung. Das Rollreff der Genua sackte etwa 1/2 m ab und wurde sichtlich nurmehr von seinem Fall gehalten. Dass der Mast stehen blieb verdanken wir nur der Tatsache, dass ich 2002 in Portugal als der Mast das letzte Mal gelegt wurde am Mastkran 2 Bloecke montierte und Reservefallen zu den Buegen der beiden Ruempfe spannte. Diese Seile hielten nun den Mast nach vorne und wir wussten nicht wann sie durchgescheuert sein wuerden. Da wir nicht mehr an den Wind gehen konnten blieb uns nur die Moeglichkeit auf die Ostantillen zurueckzufahren. Die ersten Stunden gingen wir mit einem kleinen Eck der Genua vor den Wind und nach Tagesanbruch setzten wir das Gross mit 2 Reffs. Die Genua liess sich noch voll einrollen. Es wurde eine Halbwindsegelei die das Gross erstaunlich stabilisierte. Nur einen Tag motorten wir ausschliesslich bei voelliger Flaute und stroemendem Regen. Gelegentlich liessen wir die Maschine langsam mitlaufen um etwas hoeher an den Wind zu kommen. Es war eine Woche angespannter Nerven. Erst am vorletzten Tag wurde klar, dass wir Martinique erreichen wuerden. In der Nacht vom 14. zum 15.5. sahen wir die Lichter von N-Martinique und damit das erste Land nach 16 Tagen auf See. Wir wollten das Boot direkt nach Marin in den Sueden der Insel bringen um es aus dem Wasser heben zu lassen aber an der Westkueste in der Anse Chaudiere lag fuer uns unverkennbar die PHA vor Anker denn es war Wochenende. Bertrand und Marie Helen machten grosse Augen als sie ploetzlich die Anna Sophia auf sich zukommen sahen und dann wurde es wieder ein gemeinsames Wochenende. Am 16.5. (Pfingstmontag) hatte unser Boot noch eine harte Motorpartie gegen Wind und Welle auszuhalten. Als wir dann in Marin ankerten kamen wir dem oesterreichischen Boot "Alumine" sehr nahe und wurden von den Besitzern Helmut und Lisa auf ein Bier eingeladen. Nach einer halben Stunde stellte sich heraus, dass sie Bedenig heissen und dass Lisa die Abteilung Ph der Graphischen besucht (und abgeschlossen) hatte und dass Helmut und ich in die selbe Schule gegangen waren. Mit seinem aelteren Bruder war ich sogar recht gut befreundet gewesen. (kleine Welt!) Am 19.5. wurde die Anna Sophia in der Werft Caren Antilles aus dem Wasser gehoben und als dann der Mast gelegt war fiel uns ein Stein vom Herzen. Mast und Rollreff waren unversehrt- aber eines der Vorderwanten war knapp am durchbrechen. Nun wird es also doch noch eine weitere Segelsaison in der Karibik geben. Wir wollen etwa Mitte Januar 2006 wiederkommen und dann erst die noetigen Reparaturen machen denn hier hat es mittlerweile (Sonne im Zenith!) eine Affenhitze. Am 2.Juni sollten wir wieder zu Hause sein.

Allen Freunden einen herzlichen Gruss aus den Tropen von Guenter und Gundi (Zimmermann)!