AUSTRIAN WHARRAM CIRCLE


WO WIR SEGELN - GRIECHENLAND


Meinhard Koch segelte 1991 mit seiner HITIA 17 am Peloponnes und erzählt:

Juli und August 1991 war ich mit meiner Tochter und Freunden auf Campigurlaub auf der Halbinsel Mani. Auf dem Dach meines Campingbusses fuhr Hitia 17 mit.

Meine erste Seereise führte mich aus dem Hafen von Agios Nikolaios (Südlich von Stoupa) quer über den Messinischen Golf nach Koroni fast an der Südspitze des westlichen Fingers.Michael, mein Freund und Studienkollege und ich starteten um 10.00 Uhr ohne Sichtverbindung zur Zielküste und da wir nur eine Bussole zur Seekarte als Navigationshilfe hatten, fuhren wir wie weiland Sir F. Chicester die Navigation mit dem absichtlichen Fehler. Das bedeutete, daß wir unseren Kurs nicht genau auf das Ziel absteckten, sondern weiter nördlicher, um nicht südlich der Halbinsel vorbeizufahren (Wind aus NW). Bis Mittag hatten wir etwa die Hälfte des Weges als der Wind weg war. Also Tomos angeworfen und etwa 1,5 Stunden Motorfahrt. Dann wurde es windiger und welliger, der Wind drehte auf West. Aufkreuzen mit dem Spritsegel, immer nasser wurde das Segeln (nur mit Badehose wurde es immer unangenehmer und kühler). Wir kreuzten vor der Küste Koronis, von wo uns unsere Freunde mit dem Fernglas vom Kafeneion auf der Mole lange beobachteten und sich wunderten, daß wir nur auf und ab fuhren und nicht näher kamen. Sie wussten allerdings nicht, daß wir zu dieser Zeit ehrlich zu kämpfen hatten. Hitia stampfte sich in den hohen Wellen (geschätze 100cm) immer wieder fest, sodaß wir abfallen und immer wieder Fahrt aufnehmen mußten. Die Windstärke hatte auch auf 5 Windstärken zugelegt sodaß wir einmal beim Absurfen einer Welle mit dem Leerumpf so stak unterschnitten (Steuerfehler!) daß ich schon an einen unfreiwilligen Kopfstand dachte. Allerdings wärmte das Adrenalin gewaltig.Außerdem gab das weiche Rigg nach und das Großsegel vertwistete sich so stark, daß der Druck fast weg war. Wir erreichten im Lee der Küste gegen 17.00 Uhr(!!) endlich ruhigere Gewässer etwa eine Meile nördlich des Hafens, der Wind war aber unvermindert stark. So glitten wir mit achterlichem Wind auf die Kaimauer zu, vermochten gerade noch die Segel zu bergen, uns zwischen schukelnden Segelbooten durchzuschwindeln um vor blankem Mast auf 80 cm Wassertiefe und keine 10 Meter von der Kaimauer entfernt den kleinen Anker zu werfen, der sich gottseidank in irgendeiner Mooringleine verhedderte. Wir wateten bibbernd zu unseren Freunden, die uns sogleich mit Uzo mit Meze labten. Und die Moral von der Geschicht´: unterschätz auch kleine Golfe nicht! Immer mit der Verdunstungskälte rechnen.

Der Rest des Urlaubs war übrigens viel ruhiger, day-sailing an der Küste vor Finikunta, Ausflug nach Methoni, wo eine beunruhigend hohe und lange Dünung vom offenen Meer hereinkam. Da sich die Wellen nicht brachen, war es ein langsames Auf und Ab (etwa 1,5m) mit Wellenlängen von etwa 100m. Habe übrigens manchmal 7 Passagiere an Bord gehabt . In typische Wharramart natürlich 5 fast nackte Frauen und mit mir 2 Männer.

Meinhard Koch